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Schwerpunktthemen



S1: Marine Geophysik

Die Marine Geophysik deckt eine ganze Palette an Themenbereichen ab, die von klassischen geophysikalischen Fragestellungen bis hin zu interdiszipliären Gebieten wie der seismischen Ozeanographie reichen. Ebenso vielfältig sind die eingesetzten Methoden und Techniken, die sowohl Punktmessungen mit Einzelkomponenten als auch Langzeitmonitoring mit komplexen Systemen umfassen. Allen Bereichen ist gemein, dass sie sich mit den 70% der Erdoberfläche befassen, die von den Ozeanen bedeckt sind und somit vor besonderen Herausforderungen stehen. Forschungsgebiete reichen von Kontinenträndern zu ozeanischen Rücken und von der Wassersäule bis zum Erdmantel. ähnlich variabel sind die räumlichen Skalen der Untersuchungen. Dieses Schwerpunktthema richtet sich somit an Wissenschaftler aller Teilbereiche sowohl der angewandten wie auch der theoretischen marinen Forschung, um einen Austausch über neue Entwicklungen und interdisziplinäre Ansätze zu fördern. Beiträge zu See-Experimenten sind ebenso willkommen wie Ergebnisse theoretischer Ansätze und Modellierungen, um einen fächerübergreifenden Austausch der unterschiedlichen Aspekte der marinen Geophysik zu ermöglichen.


S2: Geophysik für Archäologie und Bodenkunde

Die oberflächennahe Geophysik hat sich in der Archäologie als Prospektionverfahren im letzten Jahrzehnt etabliert und wird auch für bodenkundliche Fragestellungen zunehmend relevant. Die Bedeutung der Erforschung der Böden und ihrer natürlichen und anthropogenen Veränderungen für die Gesellschaft ist aktuell unter anderem durch ihre Verankerung im 7. EU-Rahmenprogramm sichtbar geworden. Vor diesem Hintergrund laden die Deutsche Geophysikalische Gesellschaft und die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft zu einer gemeinsamen Sitzung mit Präsentationen aus dem Themenfeld Geophysik-Bodenkunde-Archäologie ein. Konzeptionelle und methodische Vorträge, die auf die Besonderheiten der geophysikalischen Untersuchung der höchst heterogenen oberflächennächsten Schichten zielen, sind ebenso willkommen wie Fallstudien, die geophysikalische Fragen im Umfeld der Themenfelder (Geo-)-Archäologie, Landschaftsökologie, Bodenphysik und Erkundung von Böden beleuchten.


S3: Kontinentalränder

Kontinentalränder bergen einen hohes Risiko-als auch Rohstoffpotenzial, so dass sie in doppelter Hinsicht von besonderer Bedeutung sind. Naturkatastrophen wie Erdbeben, Hangrutschungen und Vulkane sind entlang der Kontinentalränder fokussiert und stellen eine Bedrohung für etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung dar, die im direkten Einflussbereich entlang der Küsten leben. Die Rohstoffvorkommen von öl, Gas und Methanhydrat als auch Minerallagerstätten unterstreichen die wirtschaftliche Relevanz der Kontinentalränder. Die bei der Erkundung der Kontinentalränder eingesetzten Verfahren umfassen ein breites Spektrum von klassischen Verfahren bis zu 3-D Untersuchungen und multidisziplinären Studien. Ziel des Schwerpunktthemas ist es, Beiträge über den Aufbau und die Entwicklung passiver und aktiver Kontinentränder zu präsentieren und neue Entwicklungen und Erkenntnisse zu diskutieren. Analysen zum Risikopotenzial und regionale tektonische Untersuchungen sind ebenso willkommen wie Studien aus der Ressourcenforschung. Der Schwerpunkt soll einen überblick über die vielfältigen Forschungsansätze an aktiven wie passiven Kontinentalrändern bieten und damit den Austausch unter den Arbeitsgruppen, die sich mit den unterschiedlichen Teilaspekten befassen, fördern.


S4: CO2-Speicherung

CO2-Verpressung als mittelfristiger Beitrag zum Klimaschutz ist ein aktueller, kontrovers diskutierter Ansatz, in dem geophysikalische Untersuchungen eine wichtige Rolle spielen. Pilotprojekte sind auch in Deutschland auf dem Weg. Die Geophysik ist dabei gefordert im Umfeld der konzeptionellen Bewertung, Risikoevaluation, Planung und überwachung der CO2-Sequestrierung. Beispiele für offene Fragen, aus geophysikalischer Sicht, sind Art und Struktur geeigneter Reservoire und ihre Veränderung durch die Sequestrierung, die überwachung der Injektion, die Bewertung der Dichtigkeit und möglicher Fluid- und Gastransportwege des Hangenden, die Auswirkung der Injektion auf das Spannungsfeld und die dadurch hervorgerufenen Deformationsfelder, auch die Optimierung und Bewertung eingesetzter geophysikalischer Messmethoden. Der Themenschwerpunkt lädt ein zu Präsentationen, die diese Fragestellungen konzeptionell, methodisch oder an Hand von Fallbeispielen diskutieren.


S5: Regional Focus: Scandinavia and the Rim of Baltica

Water is the source of Kiel's identity. The city was founded on a protected fjord of the Baltic Sea in the Middle Ages. The navy and shipyards turned it into a major seaport and it has become one of the major European gateways to Scandinavia. The city has achieved international recognition through the Kieler Woche (Kiel Week), the largest annual event in northern Europe. Here, at Christian Albrechts University - which is one of the oldest Danish universities - the German Geophysical Society (DGG) will convene in 2009. The DGG takes this as an occasion to invite presentations putting a regional focus on the geophysical investigation of the structure of the “rim of Baltica” and the Nordic Countries. Examples of relevant themes reach from geodynamic processes of continental amalgamation and separation, the formation and evolution of the on- and offshore basins until recent processes like salt induced and postglacial deformation. Contributions from the Nordic Countries, Poland and the Baltic States are particularly welcome.